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Regionalisierung & Lokalisierung

Vorab ein Wort: Unter Regionalisierung und Lokalisierung wird keine Gegenbewegung zur zunehmenden Globalisierung verstanden. Die Verdichtung der globalen Beziehungen ist zu begrüßen und grundsätzlich als positive Entwicklung in unserer Zeit festzuhalten. Eine Globalisierung des Bewußtseins ist unumgänglich.

Regionalisierung und Lokalisierung sind jedoch Strategien, welche ein gemeinsames Wirtschaften auch bei erheblich steigenden Transportkosten sicher stellen. Gleichzeitig steigt die Resilienz, also Widerstandsfähigkeit, der Region.

"Resilienz meint die Fähigkeit eines Systems, auf Störungen durch Veränderung und Neuformierung zu reagieren, ohne dabei seine wesentlichen Funktionen, seine Struktur, Identität und interne Verknüpfung zu verlieren"[1]

Regionalisierung und Lokalisierung läßt sich definieren wie folgt:

"Ein Prozess, durch den sich eine Region, ein Verwaltungsbezirk, eine Stadt oder ein Stadtviertel aus der überhöhten Abhängigkeit von der globalen Wirtschaft befreit und die eigenen Möglichkeiten einsetzt, um einen erheblichen Anteil der Energie sowie der Güter, Nahrungsmittel und Dienstleistungen aus den vor Ort verfügbaren finanziellen und natürlichen Ressourcen und dem lokalen Humankapital zu erzeugen."[2]

Es geht also um

  • Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe
  • Aus- und Aufbau regionaler Wirtschaftsstrukturen
  • Verkürzung der Transportwege zwischen Erzeugern und zwischen Erzeugern und Verbrauchern
  • Verdichtung des regionalen Unternehmensnetzes
  • Nutzung lokaler Ressourcen
  • Einbeziehung regionaler Investoren

 


[1] "Resilience, Adaptability and Transformability in Social-ecological Systems", Egology and Society 9 (2), 2004, S. 5
[2] "Building a Resilient and Equitable Bay Area: towards a coordinated strategy for economic localisation", 2006